
öffentliche Beobachtung an der Sternwarte:
(bei klarem Himmel)
1.10. - 31.3.
jeden Freitag
19:00 Uhr bis 21:00 Uhr
1.4.- 30.9.
jeden Sonntag
10:00 Uhr bis 11:30 Uhr
Anfragen während der Öffnungszeiten
Tel: (036200)61741
Die Venus im größten Glanz
Am Sternenhimmel ist die Venus das dritthellste Himmelsobjekt. Nur Sonne und Mond sind heller als der zweitinnerste Planet unseres Sonnensystems. Am 23. September wird unser Nachbarplanet am Abendhimmel mit einer Helligkeit von -4,8 mag in ihrem "größten Glanz" erstrahlen. Seit Wochen ist die Venus sehr auffällig am abendlichen Westhimmel zu sehen. Schon bei Einbruch der Dämmerung ist sie als Lichtpunkt nicht zu übersehen. Die Venus, die entweder am Morgenhimmel oder am Abendhimmel sichtbar ist, heißt im Volksmund "Morgenstern" bzw. "Abendstern". Eine Bezeichnung, die verwirrt, weil die Venus als Planet unseres Sonnensystems lediglich das Licht der Sonne reflektiert. Die dichte Atmosphäre der Venus erhöht ihr Leuchten, gestattet dafür keinen direkten Blick auf ihre Oberfläche.
Es sind die beiden Faktoren Erdnähe und beleuchtete Venusfläche, die den Zeitpunkt bestimmen, an dem die Venus am meisten Sonnenlicht in Richtung Erde reflektiert. Oder fachlich korrekt formuliert: Die scheinbare Helligkeit der Venus ist abhängig von ihrem scheinbaren Durchmesser sowie ihrer Phase. Seit die Venus am 20. August ihre größte östliche Elongation von 45,9° erreicht hatte, nimmt sie an Helligkeit und scheinbarem Durchmesser zu. Gleichzeitig "nimmt sie ab", ihre Sichel wird schmaler. Das meiste Sonnenlicht reflektiert die Venus etwa 35 Tage vor bzw. nach der unteren Konjunktion. Dann ist sie zwar nur zu ca. 25 Prozent beleuchtet, steht der Erde aber noch sehr nahe. Die Venus strahlt "in ihrem größten Glanz".
Gleichzeitig erreicht die Sonne am 23. September um 4:09 Uhr den Herbstpunkt, wechselt also von der nördlichen zur südlichen Himmelshemisphäre. Auf der ganzen Welt erlebt man die Tag- und Nachtgleiche, und in Europa beginnt der Herbst.
An wolkenfreien Sonntagen haben Sie an der Sternwarte Kirchheim die Möglichkeit, zwischen 10.00 und 11.30 Uhr die Sonne durch Spezialfilter zu beobachten. Neben Protuberanzen erscheinen auf ihrer Oberfläche jetzt wieder vermehrt Sonnenflecken des neuen Aktivitätszyklus. Der Blick durchs Teleskop offenbart eine Fülle von Details der Struktur der Flecken, die durch lokale Verwirbelung der solaren Magnetfelder entstehen und ca. 1000 Grad kälter sind als die ungestörte Sonnenoberfläche.
Das Team der Volkssternwarte Kirchheim freut sich auf ihren Besuch!